@weisskopf – Antwort auf „Putin lässt Panzer rollen“

auf meinen Beitrag, bezüglich der hohen Panzerverluste der Sowjets, schrieben Sie:

„Das ist aber Blödsinn. Wie haben die Russen dann gewonnen?“

http://www.welt.de/politik/ausland/article140591727/Putin-laesst-Panzer-rollen-und-spricht-vom-Siegervolk.html

leider ist die Antwortfunktion versperrt, das Thema geschlossen, so dass ich hoffe, dass Sie meine Antwort dennoch empfängt.

zum ersten hat die Sowjetunion mit dem ersten Fünfjahrplan beginnend ab 1928 massivst einen weltweit einzigartigen Militärisch-Industriellen-Komplex aufgebaut. Eine Schwermaschinenindustrie unter Vernachlässigung der Konsumgüterproduktion bei gleichzeitigem Ausverkauf von Holz und Weizen für Devisen – den Hungertod von Millionen Ukrainern, der Kornkammer Europas in Kauf nehmend – und die Werktätigen der Sowjetunion versklavend. Wer sich auch nur etwas abweichend von der Norm verhielt, ging ins GULAG. Vor dem Krieg saßen 20.000.000 ein …

zum zweiten hat die Sowjetunion auf dieser Basis bis zum 22. Juni 1941 die weltgrößte Armee aufgerüstet. Ein Mobilmachungsplan (Plan M), der bereits in Kraft war, sah ein Heer mit 10,5 Mio. Mann und etwa 40.000 Panzern vor. In unmittelbarer Grenznähe standen schon 5,7 Mio. Soldaten „Gewehr bei Fuß“ mit 26.000 Panzern, davon 1.800 modernster Typen T-34 und KW

(Deutschland hatte am 22.06.1941 an der Ostfront  3,3 Mio. Soldaten, mit 3.300 Panzern, zumeist leichter Typen. Nur ~400 Pz-IV mit Kurzrohrkanone waren der Masse der russischen Panzer einigermaßen gewachsen)

zum dritten war der deutsche Aufmarsch und die Kriegsvorbereitung gegenüber überhastet auf Grund der Aggressivität der Sowjetunion, die sich in erpresserischem Auftreten Molotows und dem Überfall der Kommunisten auf Ost-Polen, Finnland, die drei Baltischen Staaten und Bessarabien begründet. Ultimativ forderte Molotow von Ribbentrop den europäischen Südosten als sowjetische Interessensphäre. Da wollte und konnte Deutschland nicht tatenlos zusehen und warten, bis sich die sowjetische Armada in Marsch gesetzt hatte

Schon im Frühjahr 1940 stellte die Sowjetunion die komplette Wirtschaft auf Krieg um. Die Deutschen erst 1944 …

Als die Sowjetarmee im Frühsommer 1941 hoch konzentriert und nahezu angriffsbereit stand, griff die Wehrmacht an und war erstaunt und überrascht über die ungeheure Rüstung, von der sie keine Ahnung hatte! Mit dem Aufruf zum „Großen Vaterländischen Krieg“ mobilisierte Stalin alle Reserven des Landes. Die Rüstungsbetriebe im Ural, die seit 1934 errichtet wurden, liefen in Höchstform, so dass die immensen Verluste der Sowjets mehr als ausgeglichen werden konnten.

zum vierten begannen die Westalliierten 1941 mit der Bombardierung der deutschen Rüstungsindustrie, so dass Deutschland erlittene Verluste erst mit der vollständigen Umstellung der Kriegswirtschaft 1944 mehr als ausgleichen konnte – als es schon zu spät war. Dazu kam die Lieferung an die Sowjetunion von mehr als 15.000 Kampfpanzern durch die Westalliierten.

alle Beiträge in diesem Thema von Gardes du Corps:

– Trifft man sich heute in Russland mit einem Veteranen und zeigt ihm Bilder von Deutschland …fragt der laut: „Wer hat eigentlich den Krieg gewonnen?“ und sinkt enttäuscht zusammen
Aber am Samstag (09.05.2015) wird er aufblühen, dass ist neben dem 23.02. der zweite Tag im Jahr, an dem er sich wertgeschätzt fühlt. Der, der kaum Geld für Brot, Vodka und Trockenfisch hat und in einem Plattenbau wohnt, in dem alles leckt …
Er wird gehertzt und von manchem Mädchen geküsst, um am Abend vom Vodka benommen auf, neben oder unter einer Parkbank zu liegen … wie die restlichen 363 Tage im Jahr

– in Antwort auf „wie lächerlich“ – Nachdem Stalin mehr als 5 Millionen Soldaten davon gelaufen sind, sobald die Kommissare nicht mehr hinsahen (hinsehen konnten), erliess er seinen berüchtigten Befehl: „Keinen Schritt zurück!“ Hinter den Soldaten, die anzugreifen hatten, wurden Maschinengewehre aufgebaut, die jeden ummähten, der zurück ging. Mehr als Hunderttausend wurden als Deserteure, Panikmacher… erschossen. Für kleinste Vergehen kam der russische Soldat ins „shtrafbat“ (eines von >1000 Strafbataillonen) als Kanonenfutter, lebendiger Minenräumer…
In der Feldschlacht fielen für einen Deutschen bis zu 20 Rotarmisten.
Ein blutiger Sieg!
Gene? Hat Putin vergessen, dass Russland 1914 und 1915 zwei katastrophale Niederlagen (Tannenberg, Galizien) gegen Deutschland hinnehmen musste?
Ich war 2x am 9.5. in Russland. Eine Maskerade in einem Land, in dem sich Pensionäre nichts leisten können und betteln müssen, Ärzte, Staatsbedienstete auf ihr Gehalt warten müssen, Lebensmittel sich drastisch verteuert haben und Häuslebauer um 20% Hypothekenzinsen zahlen müssen

– in Antwort auf iridium – es gibt ja auch noch die Afghanistan-Veteranen … wirklich arme Teufel! Täter und Opfer ungeheuerlicher Kriegsverbrechen.
Apropos „Arme Teufel“ – so wurden die Rotarmisten genannt, die gegen die deutschen Linien anzurennen hatten, und durch kamen. Zumindest bis 1943 waren sie zumeist sturzbetrunken und hatten kaum Kraft, die Waffe zu halten. Die Deutschen bedeuteten ihnen die Waffen abzulegen und nach hinten zu den Gefangenensammelstellen zu gehen.

– in Antwort auf giesing – im Russlandfeldzug gingen für einen Panther bis zu 18 T-34 verloren. Es gab mehr als ein Dutzend Tiger-Besatzungen mit 100+ Abschüssen. Bei Battle of Prokhorovka (Wiki) 1943 griffen 850 sowjetische Panzer knapp 280 deutsche an. Am Abend brannten ~400 Panzer, davon 3 Deutsche … Nicht die Masse macht’s!

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