Die Kiewer Rus – eine germanische Schöpfung

heute in der „Die Welt“ ein sehr interessanter Artikel über die Entstehung der Kiewer Rus

Das alte Russland ist eine Schöpfung der Wikinger

Im Jahr 862 n. Chr. kamen Slawen nach Schweden und erbaten sich Fürsten, die über sie herrschen würden. Daraus entstand die Kiewer Rus, Rus-Land. Stalin und Nachfolger setzten dies auf den Index.

http://www.welt.de/geschichte/article146100242/Das-alte-Russland-ist-eine-Schoepfung-der-Wikinger.html#disqus_thread

F.W.Seydlitz schreibt:

Danke für den interessanten Artikel! Auch die Besiedelung Ostelbiens (des heutigen Mitteldeutschlands von der Saale an) bis Preußen durch Deutsche geschah weitgehend friedlich auf der Basis der Errichtung von Handelszentren und Burgen im weitgehend dünn besiedelten Land.

An sich war Russland sehr deutschfreundlich, bis man die deutschstämmige Zarin Alexandra Fjodorowna (Alix von Hessen-Darmstadt) – Gattin von Zar Nikolaus II. mit dem Elend in Russland zu Zeiten des WK I. in Verbindung brachte. Selbst der Spion Lenin, der im Auftrage des deutschen Kaisers mit 5 Mio Goldmark nach Russland reiste, den Zar zu stürzen um Frieden im Osten zu schaffen, sah in Deutschland den wichtigsten Partner Sowjet-Russlands. Und selbst Stalin verwendete seine Energie und die KOMINTERN dazu, die proletarische Revolution nach Deutschland zu tragen, weil er es als Basis für den Kommunismus brauchte …

meldet sich darauf ein  und meint:

Das ist nicht ganz so.

1. Gattin von Zar Nikolaus II. interessierte sich für keine Politik. Selbst die blödsinnigen russischen Aristoktaten zwangen den Zaren, den Konflikt mit Deutschland zu provozieren.
2. Lenin reiste nach Russland mit 5 Mio Goldmark, um den Zaren nicht zu stürzen, da der schon von Revolution in Februar gestürzt worden war.
3. Der Frieden im Osten war der schlechte Humor für Deutschland und Österreich.
4. Stalin achtete wirklich die Deutschen, besonders die deutsche Wissenschaftler.

F.W.Seydlitz antwortet ihm:

zu 1. sehe ich keinen Widerspruch, sie wurde aber dem russischen Volk verhasst gemacht, insbesondere dadurch, dass sie mit Rasputin eng verbunden war
zu 2. ja, die Ereignisse waren überholt, aber die proletarische Revolution wurde von Lenin und Genossen über die Schweiz und Deutschland vorbereitet, u.a. mit dem Druck revolutionärer Schriften, wie der „Iskra“ in Leipzig
zu 3. ne ponjal – was wollten Sie schreiben?
zu 4. ja sicher, besonders die verschleppten nach 1945. Stalin berichtigte die Leninsche Weltrevolutionstheorie, weil er sah, dass die von Sowjetrussland gescheiterten rot-terroristischen Revolutionen in Berlin, Bayern und Ungarn blutig scheiterten und keinen Widerhall in der Bevölkerung fanden. Nach Stalin war die Revolution einfach noch nicht reif, weswegen er ja alles tat, den imperialistischen Krieg zwischen den europäischen Großmächten anzuheizen. Deswegen förderte er – entgegen des Versailler Vertrages die militärische Zusammenarbeit und die heimliche Wiederaufrüstung der Weimarer Republik, er verbot ein Zusammengehen der Sozialdemokratie mit den Kommunisten um Hitler an die Macht zu bringen, er ließ den Molotow-Ribbentrop-Pakt unterzeichnen, um Deutschland zum Krieg gg. Polen zu drängen und er forderte die französischen Kommunisten auf, während des Westfeldzuges die französische Verteidigung zu sabotieren. Nun und letztlich rüstete er seit 1934 massivst auf um zu dem Zeitpunkt, als er hoffte, dass Deutschland mit England beschäftigt ist, mit 5,5 Mio Mann, 25.000 Panzern und 19.000 Flugzeugen Deutschland anzugreifen. Wie sehr er die Deutschen, insbesondere die Kommunisten liebte, zeigt sich an der Erschießung fast aller deutschen Emigranten 1937/38 und der Vertreibung der Russlanddeutschen ab 1941

Allerdings führt das vom ursprünglichen Thema weg. Sollten Sie mehr Interesse haben, schreiben Sie in meinem Blog

ein  meint:

Der Artikel geht geschichtlich sehr weit zurück, stoppt aber gerade in der Sowjetzeit. Da soll der Leser wohl mit dem Eindruck gelassen werden, mental bleiben die Russen im stalinistischen Denken verfangen. Das ist ungefähr so fair wie die Annahme, alle Deutschen würden das geschichtliche Bewusstsein der 50er Jahre aufweisen.

F.W.Seydlitz antwortet ihm:

Lieber Freund, tatsächlich ist Putin bestrebt, seit 2005 etwa die Stalin-Zeit massiv aufzuwerten und die Russen in diesem Sinne zusammen zu schweißen. Wiedereinführung der alten Nationalhymne, Beschwören der militärischen Stärke der Sowjetunion unter Verschweigen der katastrophalen Verluste im GFK, der Publikmachung der Georgsbändchen, das Militarisieren ganzer gesellschaftlicher Bereiche insbesondere der Kinder und Jugendlichen… nun und nicht zuletzt die peinlichen Paraden zum 9. Mai.
Das bringt ihm bis zu 80% Zustimmung und das bei 17% Inflation, Währungsverfall (2005: 32 Rubel/EUR heute: 76 Rubel/EUR) und Schmelzen der Devisenreserven

Sie machen es Sich zu sehr einfach, lieber Hr. Seydlitz! Hr. Putin ist gar nicht so einfältig,… u.a.

F.W.Seydlitz antwortet ihm:

von Putin stammt aber auch der Erlass, der Historikern verbietet, den GFK kritisch zu sehen. Die Zeit der Öffnung der Archive mit auch Deutschland entlastenden Dokumenten war 2005 de facto vorbei. Wäre Katyn nicht schon unter Jelzin öffentlich gemacht – Putin hätte es weiter geheim gehalten.

Konnten Sie vor 2005 noch sehr kritische Beiträge über den GFK, z.B. über die marodierenden Partisanen, auch im Staatsfernsehen sehen, ist es nun vorbei. Der Hammer war, dass am 12.7.2013 der Breshnew-Schinken „Der Feuerbogen“ von 1969 im 1. Staatsprogramm ausgestrahlt wurde. Die Umbenennung der Metro-Station „Izmailovsky Park“ in „Partizanskaya“ mit Aufstellung einer Statue der Brandstifterin „Kozmodemjanskaja“ passt da ebenso hinein

Die heitige russische Geschichtswissenschaftler versuchen zu beweisen, dass Hrørikr der Slawe war. usw.

bei allem Respekt, aber Nordosteuropa war ein weitgehend dünn besiedeltes Gebiet, sehr dich bewaldet – Urwald* – und sumpfig. Eine größere florierende Landwirtschaft gab es dort erst mit der Besiedelung, die von Westen ausging.
Die Wikinger begannen den Handel, der bis ins späte Mittelalter von der Hanse fortgesetzt wurde. Novgorod** war m.W. auch die östlichste Handelsstadt und das Hauptgut, welches dort gehandelt wurde, waren Felle/Pelze – was auf Jägerei hindeutet.
Die Gebiete wurden nicht „erobert“ wie Sie meinen, es entstanden Handelszentren um die herum sich immer mehr Einheimische ansiedelten und sich immer mehr mit den „Eroberern“ vermischten.
Die angeblichen blutigen Eroberungen sind erst behauptet ab dem Zeitpunkt, als sich die Slawen konstituierten und die Russen konnten das erst, als sie die Mongolenherrschaft abstreifen konnten.

*Noch bis vor 200 Jahren bestand beispielsweise die Norddeutsche Tiefebene zu 80% aus sumpfigem Wald. (gut zu sehen im Harzmuseum in Torfhaus am Brocken)
**besichtigenswert der Kreml am Wolchow

ein protestler meint u.a.:

Oje, die skandinavsiche Halbinsel hat wohl auch schöne Sümpfe, gleichwohl aber auch sehr fruchtbare Gebiete, die seit dem Neolithikum Kulturlandschaft waren.

Skandinavien gehört meines Wissens zu Nordeuropa. Ich empfehle nochmal einen Blick in den Atlas zu werfen und den Blick darüber schweifen zu lassen von der norddeutschen Tiefebene, über Pommern, Preußen bis in die Nordrussische Tiefebene hinein 😉 oder einfacher, ziehen Sie eine gedachte Linie vom Harz bis zu den Waldai-Höhen und sie werden sehen, Skandinavien wird nicht tangiert. (habe mein Abitur eventuell vor Ihrer Zeit gemacht, tut mir leid)

ein Leser Alexander schreibt:

Die Ironie von der Geschichte ist, das Russland eine stolze und friedliche Vergangenheit hat und diese mit Füßen tritt und verleugnet. Wer seine Vergangenheit leugnet, hat keine Zukunft!

na ja werter Sascha … seit Ivan dem Schrecklichen war Russland auch ganz schön
aggressiv und bekam ja auch dafür auch ab und zu ordentlich eine auf
die Mütze, z.B. 1758 von mir: Friedrich Wilhelm von Seydlitz 😉 Zensiert von „Die Welt“

ein Leser schreibt: (mal abgesehen dass er mich – beskulturnui – dutzt)

Dir ist aber schon klar dass es keine Russen sind die her kamen, der überwiegend große Anteil der 4,5 Millionen Menschen die aus Kasachstan, Russland und der Ukraine herkamen sind Russlanddeutsche usw.

Werter Moki, ich hatte 1991…94 oft auf dem deutschen Konsulat, Leninski Prospekt in Moskau zu tun. Ich weiß, wer da alles einen deutschen Pass bekommen hat.
Die Wenigsten waren Russlanddeutsche, denn die Masse davon kam durch die Repressalien Stalins ab Juli 1941 ums Leben. Die Männer in den Shtrafbat oder in den Gulags, die Frauen wurden verschleppt und oft genug zwangsverheiratet.

Es war ein Riesen Geschäft mit gefälschten Papieren, falschen Zeugen, Scheinehen usw. und die Botschaft war offiziell angewiesen, im Zweifel für die Einwanderung zu entscheiden. Wenn ich Ihnen für jede Russlanddeutsche Familie, die hier lebt, zu Hause deutsch spricht, keinen russischen TV-Kanal gebucht hat, keine russischen Magazine auf dem Tisch liegen hat, nicht bei vk.com, okeande oder germany.ru registriert ist … 10 EUR zahlen würde, würde es nicht mal für ein Mittagessen reichen! wartet auf Veröffentlichung

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2 Kommentare zu “Die Kiewer Rus – eine germanische Schöpfung

  1. Lieber Herr FW Seydlitz, gerne würde ich mit Ihnen in Kontakt treten. Wie Sie versuche auch ich, in der WELT Wahrheiten in Kommentarform zu veröffentlichen, wenn das dortige Meinungsannahme-Komitee dies denn zuläßt. Ihren Kommentaren konnte ich stets vorbehaltlos zustimmen. Haben Sie ein Interesse an historikbezogenem Austausch?

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