erschreckendes Halbwissen …

ein etwas älterer Artikel in der „Die Welt“

Wie die hohen Verluste der Roten Armee entstanden

Mit 6,2 Millionen Toten und rund 23 Millionen Verwundeten und Vermissten erlitt die Rote Armee die größten Verluste aller Kriegsparteien. Der Grund war die Strategie Hitlers – und Stalins Regime.

Und auch diese Zahlen sind noch geschönt! Am Anfang des Russlandfeldzuges betrug das Verlustverhältnis noch 1:20 und bis Ende des Krieges immer noch 1:10. Allein in den „siegreichen“ Schlachten 1944/45 haben die Russen zweimal ihren kompletten Panzerbestand verloren. Allein in Berlin gegen 40.000 abgekämpfte Deutsche und Verbündete mindestens 800. Allein das französische Bataillon unter Fenet vernichtete >80 Sowjetpanzer zwischen belle Alliance Platz (Mehring-Platz) und Potsdamer Platz

Oh je. Unglaublich unsinnig, Ihre Aussage. Denken Sie allen Ernstes, der Wehrmacht ist es eintagangen, dass da plötzlich 4 Millionen Rotarmisten mit 35000 Panzern und 24000 Flugzeugen an der Demarkationslinie standen? Auf deutscher Seite waren es übrigens zu Beginn nicht mal 100.000 Mann.

Die Russen standen übrigens überhaupt nicht tief, ja sie hatten nicht mal Kartenmaterial für Russland!

Gneisenau

Gneisenau antwortet: wartet

Am 21. Juni standen von der Roten Armee nur 25.500 Panzer, 18.700 Flugzeuge und 5,7 Mio Mann in unmittelbarer Frontnähe.
Das Kräfteverhältnis betrug bei Soldaten 2:1, bei Flugzeugen 9:1 und bei Panzern 7:1 zu Gunsten der Sowjets. Wobei man sagen muss, dass kein einziger der 480 deutschen ’schweren‘ Panzer Typ IV den 1.800 sowjetischen T-34 oder KW-1 Panzern gewachsen war.

Es gab keine akuten Angriffsvorbereitungen seitens der SU 1941. Ursprünglich sollte Barbarossa sogar früher wenige Monate starten, lediglich der Lagerwechsel von Jugoslawien erforderte eine Verschiebung. Das geht nicht, wenn man einem bevorstehenden Angriff zuvorkommen will.

Die Vorbereitungen für einen Angriff auf die SU starteten bereits 1940, zusammen mit der absehbaren Niederlage von Frankreich – ganz unabhängig von irgendwelchen Planungen seitens der SU. Weder die deutsche Aufklärung, die deutsche Generalität noch die Anweisungen des Führers geben Hinweise darauf, dass man einen nahe bevorstehenden Angriff durch Stalin erwartete.
Die Russen standen durchaus in der Tiefe – aber halt überhaupt nicht vorbereitet, dazu noch schlecht motiviert, mäßig ausgerüstet und miserabel geführt (sowohl strategisch als auch taktisch). Stalin erwartete einfach zu diesem Zeitpunkt keinen Angriff. Dazu kam die völlig neue Dimension der Mobilität – was zusammen ungeahnte Verluste der roten Armee innerhalb weniger Monate bedeutete. Ohne die massive (materielle) Hilfe durch die USA wäre die rote Armee bereits 1942 besiegt gewesen.

Gneisenau

Gneisenau antwortet:

Standen „in der Tiefe“ – was ist denn das für eine Aufstellung?
Angriffstruppen stehen weder in der Tiefe, noch in der Breite … sie stehen in Bereitstellungsräumen, die so nah wie möglich an der Front sind. Frontnah – und bei den Sowjets bedeutete das: 1-3 km hinter der Demarkationslinie, befand sich die 1. Staffel, zumeist aus Infanterie bestehend. Hinter der 1. stand die 2. Staffel, die der ersten folgen und sobald die Grenze überschritten und die Verteidigung des Gegners überwunden, eingeführt werden sollte. Die Artillerie und die Frontflieger waren grenznah, also 3-15 km hinter der ersten Staffel, stationiert, die 2. Staffel, überwiegend Panzer zumeist noch auf Eisenbahnwaggons. So fand die Wehrmacht die Sowjetarmee vor, nicht eingegraben, alle Sperren nieder gerissen, Minen geräumt. 10.000 Panzer wurden in den ersten Tagen noch auf Eisenbahnwaggons vernichtet, >1.000 Frontflugzeuge am ersten Tag
Erst am 18. Dezember 1940 wurde das Oberkommando der Wehrmacht (OKW) mit der Ausarbeitung eines Operationsplanes mit der ‚Weisung Nr. 21‘ beauftragt, während bereits seit 1930 ein Konzept für einen Vernichtungskrieg gegen Deutschland, erarbeitet vom späteren Marschall Tuchatschewski, auf Stalins Schreibtisch steht und konsequent vorbereitet wurde.
Bis dahin gab es deutscherseits keinen Plan! Und die Weisung Nr. 21 besagte: „daß sich die Wehrmacht bis zum 15. Mai 1941 darauf vorbereiten müsse“.
Bis dahin gab es auch keine Absicht, anzugreifen.
Einfach mal die Primärdokumente genau durchlesen


Hunderttausende Rotarmisten kampierten in der Mark

Mit mehr als zwei Millionen Soldaten eroberte die Rote Armee im Frühjahr 1945 Berlin. Aber wo blieben die Kämpfer anschließend? Archäologen haben jetzt erstaunliche Antworten gefunden.

Gneisenau

Gneisenau kommentiert: wartet

Die Verluste „350.000“ sind aber offiziell sehr geschönt. Wie nach der für die Sowjets desaströsen Panzerschlacht von Prokherovka am 12.07.1943, die mit dem nahezu Totalverlust der 5. Gardepanzerarmee unter Rotmistrov endete (350 sowjetische Panzerverluste zu 3 deutschen, davon kein Tiger) lügten auch hier Shukov und Konew, um nicht durch einen Wink Stalins zum Tode verurteilt zu werden.
Inoffiziell wird von russischen Historikern, denen seit 2005 ein Maulkorb von Putin verpasst wurde, von bis zur Hälfte der sowjetischen Soldaten gesprochen, die getötet oder verwundet wurden und von 3/4 der eingesetzten Panzer. Ursache war das „Vorwärts ohne Rücksicht auf Verluste“, um bis zum 1. Mai Berlin zu erobern

Sicherlich werden die Zahlen zu den russischen Verlusten im 2. WK von vielen russ. Historikern geschönt – aber es gibt auch viele Ausnahmen, siehe Mark Solonin. Er nennt auch die Ursachen für die immensen Probleme der roten Armee am Anfang des Krieges – unter anderem die Tatsache, dass Stalin vor dem Krieg die erfahrenen und professionellen Militärs durch Proletarier ersetzt hat, die für die entsprechenden Posten ungeeignet waren.
Wie auch immer, die deutschen Verluste sind auch deswegen vergleichsweise „niedrig“ ausgefallen, weil sich am Ende des Krieges insgesamt ca. 8 Millionen deutsche Soldaten den Westalliierten ergeben haben (was ich für eine durchaus vernünftige Entscheidung halte, die viele Tote beiden Seiten erspart hat).
Mit den Massenexekutionen hat Stalin sicher gestellt, dass er nur noch Befehlshaber hatten, die ihm 100% ergeben waren. In den Jahren 1936/37 sind hunderte junge Offiziere durch die Militärakademien gegangen, in denen sie auf Stalin und nur auf ihn eingeschworen wurden.
Auf der einen Seite hat er erfahrene aber auch renitente Offiziere beseitigt, auf der anderen sich hörige Ja-Sager heran gezogen.
Übrigens wurden nicht alle erschossen. Im Herbst 1941 erschienen sehr viele abgemagerte, kahlgeschorene Offiziere und meldeten sich zur Verteidigung der Heimat – frisch aus den Gefängnissen oder GULAG entlassen

Die Zahl bezieht sich nur auf die Schlacht um Berlin, diesen Zusammenhang kann man im Artikel auch deutlich erkennen.
und genau die meinte ich auch! Obwohl für die Sowjets die ‚Berliner Operation‘ an der Oder mit Shukows Angriff auf die Seelower Höhen begann.

Maysens Vero antwortet: Wie können 350.000 verlorene Soldaten bei einer einzigen Schlacht, geschönt seien. Das ist gewaltiger Verlust. Eine Schmach.
Gneisenau daraufhin:

weil es noch viel mehr waren!
In Stalingrad / Volgograd spricht man heute von 1,0 – 1,7 Millionen* toten Sowjetsoldaten, die nötig waren, die 200.000 Mann der 6. Armee zu besiegen. Von den 95.000 deutschen Gefangenen starben fast alle innerhalb der nächsten 4 Monate nicht durch Kampfhandlungen

*die Zahl habe ich von der Leiterin des „Panorama-Museums der Stalingrader Schlacht“ in Volgograd im Jahre 2004, das erste mal besuchte ich das Museum 1992, das letzte Mal 2010. Seit 2005 gibt es aber einen Putin-Erlass an den Leistungen der ruhmreichen Kämpfer nicht zu deuteln, Verlustzahlen werden ‚geschönt‘

Natürlich besuchte ich auch jedes mal Rossoschka, den Sammelfriedhof für die gefallenen und in Gefangenschaft verreckten Deutschen, um Blumen abzulegen und ihnen meine Ehrerbietung zu erweisen

Dankesschuld von Walter Flex

Ich trat vor ein Soldatengrab
Und sprach zur Erde tief hinab:
„Mein stiller grauer Bruder du,
Das Danken läßt uns keine Ruh‘.
Ein Volk in toter Helden Schuld
Brennt tief in Dankes Ungeduld.
Daß ich die Hand noch rühren kann,
Das dank‘ ich dir, du stiller Mann.
Wie rühr‘ ich sie dir recht zum Preis?
Gib Antwort, Bruder, daß ich’s weiß!
Willst du ein Bild von Erz und Stein?
Willst einen grünen Heldenhain?“
Und alsobald aus Grabes Grund
Ward mir des Bruders Antwort kund:
„Wir sanken hin für Deutschlands Glanz.
Blüh, Deutschland, uns als Totenkranz!
Der Bruder, der den Acker pflügt,
Ist mir ein Denkmal, wohlgefügt.
Die Mutter, die ihr Kindlein hegt,
Ein Blümlein überm Grab mir pflegt.
Die Büblein schlank, die Dirnlein rank,
Blühn mir als Totengärtlein Dank.
Blüh, Deutschland, überm Grabe mein,
Jung, stark und schön als Heldenhain!“

 

 

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