Anfrage an Kellerhoff

zum Artikel vom 30.03.2016 in „Die Welt“ von S.F.Kellerhoff 

Frage nach dem „ob“ eines Angriffs stellte Hitler nicht

„Masseneinsatz von Luftwaffe und Panzern“: Am 30. März 1941 teilte Adolf Hitler seinen Generälen mit, wie er sich den Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion vorstellte. Widerspruch gab es nicht.

hat sich eine spannende Diskussion entwickelt. Nach einigem Hick Hack und „Argumenten“ des Herrn Kellerhoff stelle ich ihm konkrete Fragen, nach dem er sich auf einen fremden Beitrag äusserte:

Sehr geehrter „Theo“;

Sie können es so oft behaupten wie Sie wollen – es wird deshalb nicht wahrer: Stalin wollte (jedenfalls 1941) auf keinen Fall angreifen. Für 1942 oder 1943 sah das möglicherweise anders aus; diese Aussage ändert also am Urteil über Stalin nicht das Geringste, der natürlich ein Tyrann war, der mit Hitler durchaus in derselben Liga „spielte“. Und wedre Hitler noch Goebbels noch das OKW oder das OKH oder Halder oder die Abteilugn Fremde Heere Ost haben für Sommer 1941 mit einem Angriff der Roten Armee gerechnet; im Gegenteil waren alle diese überzeugt, die Sowjetunion überrumpeln zu können. Die Lügen, die „Victor Suworow“ alias Wladimir Resun auftischt, ändern an der klaren Quellenlage überhaupt nichts.

Hochachtungsvoll

Sven Felix Kellerhoff

 

@ welt-Zeitgeschichte

Werter Herr Kellerhoff,

Sie führen die Rede vor den Generälen als Beleg dafür an, dass diese der Auslöser für den Vernichtungskrieg sei.
Nun ist unbestritten, dass A.H. seit Beginn seiner politischen Karriere den „jüdischen Bolschewismus“ als seinen Hauptfeind betrachtet, dass Deutschland zu eng sei, Raum brauche, der Versailler Pakt zerrissen gehöre … usw. Konkrete Welteroberungspläne allerdings existierten, wenn überhaupt, nur in seinem Hirn oder als vage Andeutungen.
Die Situation, die zum 22. Juni 1941 führte, basiert aber nicht nur auf Reden, sondern auch auf Fakten.
Unbestritten ist, dass der Ribbentrop-Molotow-Pakt zum Angriff auf Polen führte.
Unbestritten ist, dass Deutschland Frankreich, nach dem dieses ihm den Krieg erklärt hatte, angriff und besiegte.
Weiter unbestritten ist, dass Deutschland nach dem Frankreichfeldzug teilweise demobilisierte und Soldaten nach Hause schickte.
Unbestritten ist, dass Molotow erneut am 12./13.11.1940 nach Berlin reiste und dort aus deutscher Sicht „unverschämte“ Forderungen* stellte.
Genau 5 Wochen später, ergeht der Auftrag an das OKW, einen Feldzugplan** auszuarbeiten.
Hier stellt sich die Frage, welche sowjetischen Truppen standen unmittelbar bis in die operative Tiefe von 150 km ostwärts der Demarkationslinie, die ja weit vor der sowjetischen Staatsgrenze verlief und welche deutschen Truppen.
Wie entwickelte sich der Aufmarsch beider Seiten bis zum 22. Juni 1941 und
welche Erkenntnisse insbesondere gegenseitige operativ-taktische Aufklärungsversuche beider Seiten sind bekannt.
Meines Wissens liegen die Unterlagen der deutschen militärischen Aufklärung immer noch in russischen Geheimarchiven. Haben Sie andere Erkenntnisse?

Hochachtungsvoll
G.d.C. Hauptmann i.G.a.D.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: